Vergleich: Backuplösungen für den PC

Pixelio / Rainer SturmDatenverlust ist ein stets präsentes Risiko – auch für den Privatanwender. Denn gerade bei intensiver Nutzung des Internets läuft der Nutzer Gefahr, sich einen bösartigen Computervirus einzufangen und muss die oft fatalen Konsequenzen tragen. Denn nicht nur große Firmen mit ihren Kundendatenbanken und Kontozugängen stehen auf der Opferliste von Virenautoren – gerade der private Nutzer ist oft das Opfer eines unerkannten Schadprogramms, welches sich unbemerkt an den Virenschutzprogrammen vorbeidrängt und dem System erheblichen Schaden zufügt.

Das Resultat ist dann im schlimmsten Fall eine nicht mehr gewährleistete Betriebssystemfunktionalität. Und die einzige Möglichkeit, den Schaden zu beheben, ist die vollständige Neuinstallation des Betriebssystems – mit der Notwendigkeit einer Formatierung der Festplatte. Spätestens bei dieser Formatierung werden dann alle persönlichen Daten, alle Aufzeichnungen, Anwendungen, Multimediadateien, Treiber und Einstellungen gelöscht.

Aber nicht nur eines der vielen gefährlichen Schadprogramme kann eine Neuinstallation notwendig machen und somit einen Datenverlust hervorrufen. Auch, wenn eine der Hardwarekomponenten einen Defekt aufweist, beispielsweise aufgrund jahrelanger Nutzung oder aufgrund eines anderweitig hervorgerufenen Schadens, sind die Daten gefährdet. Denn einer defekten Festplatte sind die Daten in der Regel nicht mehr zu entnehmen.

Aus eben diesem Grund betreiben viele Nutzer eine regelmäßige Datensicherung, Backup genannt. Dadurch wird gewährleistet, dass im Falle einer Beschädigung durch Viren oder Hardwarefehler die für den Nutzer wichtigen Dateien wiederhergestellt werden können.

Der heimische Computer und die darauf enthaltenen Daten sind leider kein Werk für die Ewigkeit. Um zumindest aber die Daten zu erhalten, ist es wichtig, den Sinn der Datensicherung zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die aufgrund der hohen und stetig wachsenden Nachfrage nach Sicherheit inzwischen äußerst ausgereift und vielschichtig sind.

Manuelle Datensicherung durch den Nutzer

Das manuelle, d.h. explizit durch den Nutzer ausgeführte Backup ist wohl eine der kostengünstigsten Alternativen, die persönlichen Daten gegen Verlust abzusichern. Gleichzeitig zeigt die Benennung als „manuell“, dass auch der Gegenpart „automatisch“ realisiert ist und weist somit auf den wohl gravierendsten Nachteil des manuellen Backups hin: Den Zeitaufwand.

Wann immer man etwas selbst erledigt und nicht auf automatische Routinen zurückgreift, ist dies für den Anwender mit einem – gerade im Bereich der Datensicherung – erheblichen Aufwand verbunden. Für die manuelle Datensicherung benötigt der Anwender entweder einen vom Betriebssystem separierten Bereich, Partition genannt, auf seiner Festplatte, der im Falle eines Ausfalls des Betriebssystems bei einer Neuinstallation nicht mitformatiert wird, oder er verwendet ein vom Betriebssystem externes Speichermedium. Zu diesen gehören beispielsweise zusätzliche Festplatten, entweder ebenfalls intern verbaut oder extern verfügbar, USB-Sticks oder CDs, DVDs und Blu-ray Discs. Darauf sichert der Anwender immer wieder aufs Neue seine Daten, was gerade bei einer regen Arbeit mit dem Computer zu Unübersichtlichkeit und erheblicher Mühe führt.

Früher oder später wird es dem Nutzer da einfallen, auf ein automatisches Backup zurückzugreifen, wobei er über eine große Bandbreite an Produkten verfügen kann, über die er sich zunächst einen Überblick verschaffen sollte, nachdem er sich im Klaren darüber ist, welchen Service er insgesamt benötigt.

Automatische Datensicherung durch ein Programm

Programme, die dem Nutzer die mitunter oft als lästig empfundene Arbeit bei der Datensicherung abnehmen, haben sich unlängst etabliert und weiterentwickelt. Der potentielle Nutzer wird gute und weniger geeignete Produkte in allen Preisklassen vorfinden können. Dabei darf der Nutzer bei Weitem nicht davon ausgehen, dass das teuerste verfügbare Programm zugleich das beste unter diesen darstellt. Ein Programm, das zum Preis von 50 Euro angeboten wird, kann einen größeren Funktionsumfang und eine insgesamt höhere Qualität aufweisen, als ein Programm, das mit bis zu mehreren Hundert Euro sehr teuer berechnet ist. Es ist daher angebracht, die prinzipiellen Funktionen eines Backup-Programms zu erläutern, die der Nutzer für sein Produkt überprüfen kann.

Die Wahl des Speichermediums

Wie beschrieben, gibt es mehrere Möglichkeiten, wohin die Daten gesichert werden können. In der Regel gilt, dass, je unabhängiger ein Datenträger von den empfindlichen Komponenten, wie dem Betriebssystem oder der Hardware des heimischen Rechners, ist, desto sicherer ist ein Backup.

Dies macht externe Datenträger zu den Favoriten und der Nutzer sollte sicherstellen, dass das Backup-Programm die Verwendung externer Speichermedien unterstützt. Je breiter die Palette an unterstützten Formaten ist, desto nützlicher kann dies für den Nutzer sein. Denn wenn der Anwender später auf ein anderes Speichermedium ausweichen will, sollte sein gewohntes und bewährtes Programm dieses Medium auch unterstützen. Zu den aktuell wichtigsten Speichermedien gehören externe Festplatten, CDs, DVDs, Blu-ray Discs, USB-Sticks und auch spezielle Netwerkfestplatten, NAS genannt.

Ein ebenfalls sehr sicheres und zukunftsweisendes Medium, das gute Backup-Programme bereits unterstützen, ist der Server. Das Programm sichert die Daten dabei virtuell und macht sie so nicht nur praktisch überall verfügbar, sondern auch sehr sicher. Der potentielle Anwender sollte sich im Klaren darüber sein, ob diese Möglichkeit für ihn bereits in Frage kommt, oder ob er sich mit einem Produkt, das diese Funktion implementiert hat, für die Zukunft absichern will.

Intelligente und konfigurierte Routinen

Die Entwicklung im Bereich der Backup-Programme hat bereits große Fortschritte gemacht. Die qualitativ hochwertigen Programme sind heute in der Lage, selbstständig zu erkennen, welche Daten ein Nutzer verändert hat, und welche sich somit lohnen, gerettet zu werden. Ein Programm, das über diese „intelligente“ Arbeitsweise nicht verfügt, könnte zum Beispiel immer und immer wieder ein und dieselbe Datei neu sichern, was zwangsläufig zu einem nicht zu deckenden Bedarf an Speicherplatz führen würde.

Der Nutzer sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass er – so oder so – das Programm im Vornherein konfigurieren muss. Dies ist wichtig, um das Programm daran zu hindern, völlig unnötige Schritte auszuführen, fordert aber gleichzeitig seine Aufmerksamkeit in Bezug auf den Produkterwerb. Denn es empfiehlt sich, solch ein Programm auszuwählen, das lediglich einmalig vor dem regelmäßigen Betrieb konfiguriert werden muss. Ein Programm, dem man immer wieder aufs Neue manuell den Befehl geben muss, die Daten zu sichern, lohnt sich wenig und kommt dem Gedanken einer automatischen Routine wenig entgegen.

Unsichtbares Arbeiten im Hintergrund

Viele Nutzer wünschen sich, mit der Datensicherung so wenig wie möglich zu tun zu haben. Dies wird am besten dadurch gewährleistet, dass das Programm unsichtbar im Hintergrund, d.h. vom Benutzer unbemerkt abläuft. So muss der Benutzer keinen unnötigen Gedanken an die Datensicherung “verschwenden”.

Für die Arbeit im Hintergrund ist es daher umso wichtiger, dass das Produkt zuverlässig arbeitet. Einem Produkt, dem man die Datensicherung anvertraut, sollte diese Arbeit – gerade, wenn man längere Zeit keinen Blick auf das Programm wirft – aufs Trefflichste ausführen und das Vertrauen verdienen. Eine nur mäßig ausgeführte Sicherung hilft im Ernstfall wenig.

Auch sollte der Nutzer darauf achten, wann sein Programm in Betrieb geht. Das Programm sollte sich im besten Fall direkt beim Start der Benutzeroberfläche des Betriebssystems mit zuschalten und keines zusätzlichen Befehls mehr bedürfen. Sonst kann es nämlich durchaus vorkommen, dass man von einem „unsichtbaren“ Programm glaubt, dass es arbeiten würde, es in Wirklichkeit jedoch niemals aktiviert war. In diesem Fall wären somit sämtliche Daten trotzdem verloren und der Erwerb des Programms sowie seine Nutzung wären vergeblich gewesen.

Ein Blick auf die Systemanforderungen

Die vom Hersteller angegebenen Systemanforderungen sind eine wichtige Information, die man auch in Bezug auf Backup-Programme mit dem heimischen System abgleichen sollte. Ein automatisches Backup-Programm, das – wie oben beschrieben – im Hintergrund läuft, bietet zwar durch eine selbstständige Arbeit die Sicherheit, dass die Daten regelmäßig gesichert werden, benötigt jedoch durch seinen zeitgleichen Betrieb mit anderen Programmen eine gewisse Speicherkapazität und lastet den Prozessor dementsprechend aus. So kann es eventuell dazu kommen, dass, beispielsweise bei gleichzeitigem Betrieb des Backup-Programms mit einem aufwendigen 3D-Spiel, die Systemleistung derart verringert wird, dass ein Spielen nur unter Einschränkungen oder gar nicht mehr möglich ist. Somit gilt auch für den Bereich der Backup-Programme: Ein modernerer, schnellerer PC mit großen Speicherkapazitäten eignet sich besser für den Gebrauch als ein technisch veraltetes Gerät.

Transportables Backup des Betriebssystems

Einige der leistungsstarken Programme zur Datensicherung bieten die Möglichkeit, das verwendete Betriebssystem komplett zu sichern, somit eine Kopie anzufertigen und auf einen anderen Datenträger zu übertragen. Durch diese Möglichkeit kann der Nutzer im geschilderten Ernstfall nicht nur seine persönlichen Daten wiederherstellen, sondern hat uneingeschränkten Zugriff auf beispielsweise „alte“ Anwendungen und Treiber und hat seine komplette Arbeitsumgebung unverändert vorliegen.

Dieses sehr starke Feature von Backup-Programmen ist im Grunde eine High-End-Lösung der Datensicherung, da dem Nutzer nicht das Geringste verloren gehen kann.

Beim Kauf eines Produkts aus dem Backup-Bereich kann der Nutzer weiterhin damit rechnen, diese Eigenschaft dahingehend verfeinert vorzufinden, als dass das Programm ein transportables Betriebssystem-Backup anlegt, das unabhängig der Hardware funktioniert, somit dazu verwendet werden kann, das System im Falle eines Hardwarefehlers auf einer anderen Hardware zu verwenden. Diese „Ausweichmöglichkeit“ wird dadurch realisiert, dass das Programm beispielsweise alternative Treiber zur Verfügung stellt, um sich an andere Begebenheiten anzupassen.

Selbstredend kann das Programm nicht von jeder Eventualität ausgehen – dafür existieren bei Weitem zu viele Hardware-Kombinationsmöglichkeiten. Daher sollte der Nutzer vor allem darauf achten, dass das Programm die Möglichkeit bietet, das Betriebssystem dahingehend zu sichern, dass man es bei einem Virenbefall auf der gleichen Hardware wiederherstellen kann.

Intuitive oder komplizierte Benutzeroberfläche

Es ist ein Fluch von Programmen mit komplexem Funktionsumfang, dass solche Programme meist über eine Benutzeroberfläche verfügen, die man alles andere als benutzerfreundlich nennen kann. Will der Nutzer sich nicht mit unzähligen Icons, komplexen Tabellen, kryptischen Abkürzungen und unverständlichen Schaltflächen herumschlagen, sondern möchte er schnell und einfach zum Ziel – einer Verminderung des Arbeitsaufwandes zur Datensicherung – kommen, sollte er zumindest einen Blick auf die vom Hersteller – aber auch von unabhängigen Testberichten – zur Einsicht gestellten Bildschirmfotos werfen, um sich zu überzeugen, dass das Programm bei aller Komplexität doch noch benutzerfreundlich ist.

Kostenloses Testen des Produkts empfohlen

Fast jeder Hersteller der Backup-Programme bietet für sein Produkt eine kostenlose Demoversion an. Diesen Service sollte der Nutzer nicht ungenutzt lassen, denn er ist die einzige Möglichkeit, bei der sich der Nutzer selbst ein Bild von dem Produkt machen kann.

Ist es wirklich auf meine Bedürfnisse zugeschnitten? Überzeugt es durch eine schnelle Ausführung? Beansprucht es meinen Arbeitsspeicher vielleicht so stark, dass ein Arbeiten neben dem Betrieb des Backup-Programms unmöglich wird? Überzeugt mich gar die Benutzeroberfläche oder behindert es mich eher, als dass es mir hilft, und fordert von mir das Durchwälzen dicker Handbücher? Oder läuft das Programm überhaupt mit meinen Computerkomponenten? All diese Fragen können für den Nutzer von Backup-Programmen wichtig sein und die kostenlose Demoversion ist die Gelegenheit, all diese Fragen zuverlässig zu beantworten. Denn letzten Endes ist es immer eine Sache der persönlichen Betrachtung, ob ein Programm die Anschaffung wert ist.

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Published on Januar 8th, 2010 in Allgemein, Business, Privat, Sicherheit
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